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Für einen gut anzuhörenden und damit auch interessant klingenden Podcast müssen die Pausen, die Versprecher oder auch das plötzlich läutende Telefon herausgeschnitten werden. Damit allein ist es jedoch nicht getan. Ein wenig Fingerspitzengefühl ist für ein zufriedenstellendes Ergebnis unabdingbar.

Keine ausschweifende Technik

Ein Podcast, der vor allem von Deiner Stimme und seinem Inhalt lebt, erfordert einen wesentlich geringeren Aufwand beim Schneiden als beispielsweise ein Musikstück. Das heißt für Dich, dass die verwendete Software keinen überbordenen Ansprüchen genügen muss. Zumal sowohl GarageBand für Mac als auch Audacity, welches mit fast jedem Betriebssystem klar kommt, sich bezüglich des Funktionsumfangs keinesfalls verstecken müssen. Beide lassen sich dank graphischer Oberfläche intuitiv bedienen. Die aufgenommenen Audiodateien, aber ebenso Elemente aus anderen Quellen, werden optisch anhand der Ausschläge der Lautstärke dargestellt und erlauben eine übersichtliche Bearbeitung. Bevor Du startest, kontrolliere am besten, ob Dein Mikrofon in der zugehörigen Auswahlbox eingestellt ist. Nicht, dass Du am Ende mit dem im Notebook integrierten Mikro loslegst, während das Gute außen vor bleibt.

Weniger ist mehr

Effekte, Equalizer, Frequenzbänder, das alles wird zum Erstellen Deines Podcasts nicht benötigt. Eine nette Spielerei, aber für Dich sind andere Funktionen interessant. Da wäre zunächst das reine Aufzeichnen innerhalb eines neu angelegten Projekts. Essentiell ist danach das Schneiden der Aufnahme.

Besonders wichtig in diesem Zusammenhang wird sein, wo Du die Schere ansetzt. Denkpausen, ein beim Sprechen korrigierter Satz, all das fliegt raus. Fällt Deiner Arbeit jedoch jedes „ähm“, jede etwas längere Pause und jedes Hintergrundgeräusch zum Opfern, erzeugst Du Dir eine sterile und dadurch unnatürlich Aufnahme. Einem solchen Sprecher hört man nicht gern zu und es ist spürbar schwerer, dessen Ausführungen zu folgen. Ähnlich unheimliche Ergebnisse liefert die Möglichkeit, in den Momenten zwischen den Sätzen aus der Stille mit leisem Hintergrundrauschen eine absolute und künstliche Stille zu machen. Das klappt über einen eigenen Menüpunkt und ist alles andere als authentisch. Je weniger Du änderst und damit Deinen eigenen Sprachstil entfremdest, umso besser.

Danach und auch dazwischen wird erwartungsgemäß gespeichert. Im Anschluss können Tonsequenzen wie ein Jingle oder ein Outro, die den Wiedererkennungswert Deiner Arbeit steigern, eingefügt werden. Das geschieht wiederum über die graphische Oberfläche, wobei die einzelnen Audio-Elemente sich per Maus an die richtigen Stellen schieben lassen. Fertig.

Das gespeicherte Projekt bringt Dir für die Veröffentlichung noch nicht so viel. Hierfür existiert die Option, einen Export in das Format MP3 vorzunehmen. Diese lässt sich anschließend auch im Browser problemlos wiedergeben.

Die Praxis schlägt zurück

Während des Einsprechens wird es unvermeidlich sein, dass Du einen oder mehrere Absätze sofort noch einmal wiederholen musst, weil Du Dich verzettelt hast. Das passiert jedem. Statt jetzt mit Stift und Papier die Zeit zu notieren, um beim Schneiden den Überblick zu behalten, klatsche. Dieses Geräusch erzeugt in der optischen Darstellung eine scharfe Spitze. Die Identifizierung der betreffenden Stellen gelingt dadurch auf einen Blick.

Weitere Anmerkungen und Hinweise für die Bearbeitung Deines Podcasts finden sich hier in der Episode.

Und jetzt viel Vergnügen beim Schneiden Deiner Fauxpas, aber lass ein paar übrig.

Dein OLAF KAPINSKI

4 Comments

  1. HannoS 30. Juli 2017
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    Dieses Thema ist äusserst vielfältig – und ich schreibe dies, bevor ich den Podcast gehört habe.

    Was mich insbesondere an audacity stört – sind 2 Dinge:
    – die Änderungen am Soundfile sind permanent.
    – Dinge wie eine N-1 Schalte (für Skype Interviews bei denen man das Endprodukt während der Aufnahme Monitoren möchte)

    Für die ersten Schritte ist audacity sicherlich gut – später sollte man sich dann aber doch bei etwas mehr profihaften umsehen. Zum Beispiel bei den Jungs von Ultraschall: http://ultraschall.fm

    Da würde sich auch ein Interview mit dem Macher anbieten…

    • OLAF KAPINSKI 31. Juli 2017
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      Hallo Hanno
      Ja, stimmt. Audacity ist keine schöne aber eine erstmal funktionierende Lösung. Die GUI ist altmodisch, die usability oft sehr grätig. Und doch tut es seinen Job.
      Mir selber erschließt sich Reaper, auf dem Ultraschall aufsetzt, (noch?) nicht. Völlig überladen und Null-Intuitiv. Scheint mir auf dem Niveau Photoshop zu sein: Wer den Führerschein drauf hat, kann damit zaubern. Wer nicht, ist schlicht verloren.
      EIn Interview mit dem Ultraschall Macher schein mir eine richtig gute Idee! Da bleibe ich dran
      Liebe Grüße
      OLAF

  2. HannoS 1. August 2017
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    Hallo Olaf,

    Dein Kommentar wird in weiß auf weiß auf dem Safari dargestellt. Das ist schlecht lesbar 😉

    Grüße

    • OLAF KAPINSKI 1. August 2017
      Reply

      Nix wie ärger mit den Themes…. Danke fürs aufpassen, ist jetzt schwatt.

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